Um ein Thema kommt derzeit nichts und niemand herum: Energiesparen. Die Denkfabriken, wie Strom und vor allem Gas gespart werden können, laufen auf Hochtouren. So manch ein Arbeitgeber mag da auf die Idee kommen, seine Arbeitnehmer:innen kurzum ins Homeoffice zu verbannen. Entsprechende Äußerungen kamen auch bereits vonseiten der Politik. Unverschämt oder realistisch?

Homeoffice als Selbstschutz für Unternehmen

Kaum sind zahlreiche Arbeitnehmer:innen wieder zurück in ihre Büros gekehrt – ob fulltime oder hybrid – schon steht womöglich die nächste Homeoffice-Ära an. Dieses Mal aber nicht zum Schutz der Menschen vor einem Virus. Arbeitgeber verfolgen vielmehr das Ziel, hohe Energiekosten abzuwenden. Not macht schließlich erfinderisch. Warum also nicht die Belegschaft wieder ins Homeoffice verbannen?

Homeoffice basiert auf Freiwilligkeit

Weil es so einfach nicht ist! Arbeitgeber sind in der Regel dazu verpflichtet, ihren Arbeitnehmer:innen einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Daraus ergibt sich dann auch, dass Arbeitnehmer:innen dem Arbeiten von zu Hause aus zustimmen müssen.

Hinweis: Homeoffice vertraglich geregelt
Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann per Zusatzvereinbarung vertraglich geregelt sein. Diese Regelung führt oftmals auch auf, welche Arbeitsmittel vom Arbeitgeber gestellt werden. Ebenso können sich Vorgaben finden, wie das Arbeitszimmer ggf. beschaffen sein muss.

Dabei ist das keine Einbahnstraße: Arbeitnehmer:innen, die im Homeoffice arbeiten möchten, benötigen ebenso die Zustimmung ihres Arbeitgebers.

Homeoffice-Pflicht in Pandemiezeiten

Während der Corona-Pandemie bestand zeitweise für Arbeitgeber die Pflicht, Angestellten das Arbeiten im Homeoffice zu gewähren. Die ist aber bereits im März dieses Jahres ausgelaufen. Seitdem können Unternehmen wieder selbst entscheiden, ob sie Homeoffice zulassen oder nicht.

Dabei wurden auch bereits Stimmen aus der Politik laut, Beschäftigte ab Herbst wieder ins Homeoffice zu schicken. Eine weitere Lösung sieht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in Betriebsferien – etwa zwischen Weihnachten und Neujahr. Doch ist es nicht unverschämt, die gestiegenen Energiekosten einmal mehr auf den Schultern der Verbraucher:innen abzuladen? Der zu erwartende Energie-Bonus dürfte kaum ausreichende Entlastungen bringen.

Immerhin: Die verstärkte Nutzung von Homeoffice und Betriebsferien sind bislang nicht mehr als fixe, wenn auch zweifelhafte, Ideen.

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