Der Volksmund weiß: Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe. Das gilt auch und im besonderen Maße beim Abgasskandal, bei dem sich ein einzelner Kläger mit einem großen Konzern vor Gericht auseinandersetzt. Wir haben fünf Punkte zusammengestellt, die Sie bei ihrer Klagestrategie im Dieselskandal berücksichtigen sollten:

Der Volksmund weiß: Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe. Das gilt auch und im besonderen Maße beim Abgasskandal, bei dem sich ein einzelner Kläger mit einem großen Konzern vor Gericht auseinandersetzt. Wir haben fünf Punkte zusammengestellt, die Sie bei ihrer Klagestrategie im Dieselskandal berücksichtigen sollten:

Erstens: Ort der Klage mit Bedacht wählen

Im Dieselskandal können Sie oft wählen, wo Sie Klage erheben möchten: An Ihrem Wohnort, an dem Ort, an dem Sie Ihr Fahrzeug gekauft haben oder am Standort des Herstellers. Berücksichtigen Sie, wie die Gerichte in der Vergangenheit in ähnlich gelagerten Verfahren entschieden haben.

Hinweis: Gerichte urteilen unterschiedlich

Die Rechtsprechung unterscheidet sich regional. Wer in Sachsen-Anhalt gegen Daimler klagt, hat nach einem aktuellen Urteil des OLG Naumburg beispielsweise gute Chancen, einen vergleichsweise hohen Schadensersatz zu erreichen. Andere Gerichte entscheiden tendenziell eher für die Autoindustrie, so beispielsweise das Landgericht Braunschweig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zweitens: Auf dem Laufenden bleiben

Ein Diesel-Kunde hat im Vergleich zum Autobauer kaum Informationen über das, was in seinem Motor verbaut ist. Ein Verbraucher kann sich eventuell ziemlich sicher sein, dass er einen Schummeldiesel hat und der Verkehrswert seines Wagens kann vom Dieselskandal deutlich beschädigt sein.

Trotzdem muss er erst einmal einem Gericht schlüssig vortragen, dass dem so ist, bevor er einen Schadensersatz erhält. Das ist gar nicht so einfach, denn wie ein Motor im Detail funktioniert, weiß oft nur der Hersteller – dem natürlich daran gelegen ist, dass das auch so bleibt.

Häufig spielen deswegen Medienberichte bei der Aufdeckung von Manipulationen eine bedeutende Rolle. Verbraucheranwälte sind auf diese Informationen angewiesen, um eine substantiierte Klage erheben zu können. Aktuelle Klagen gegen Mercedes beispielsweise stützen sich auch auf zwei Reportagen von Spiegel Online. Behalten Sie deswegen die aktuelle Berichterstattung im Auge.

Drittens: Nicht zu früh klagen

Urteile im Dieselskandal haben immer nur Aussagekraft für genau den Motor, über den verhandelt wird. Das heißt, wer ohne solide Informationen über seinen jeweiligen Motor klagt, muss damit rechnen, dass das Gericht seine Klage abweist. Dieses Schicksal ereilt oft die ersten Klagen zu einer bestimmten Fahrzeugreihe. Ist eine kritische Masse von Klagen und damit auch von zur Verfügung stehenden Informationen erreicht, steigen die Erfolgschancen von Klägern.

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Viertens: Nicht zu spät klagen

Je länger Sie Ihr Auto fahren, desto weniger Schadensersatz bekommen Sie. Vielleicht können Sie nach vielen erfolgreichen Klagen, die Ihre spezielle Fahrzeugserie betreffen, einen Schadensersatz vergleichsweise leicht durchsetzen – gleichzeitig frisst aber der Nutzungsersatz Ihren Schadensersatz auf.

Je nachdem, wie viele Kilometer Sie Ihren Wagen schon gefahren sind, müssen Sie sich nämlich Nutzungsersatz anrechnen lassen. Bei 250.000 gefahrenen Kilometern können Sie in der Regel davon ausgehen, gar keinen Schadensersatz mehr zu erhalten. Sie müssen also rechtzeitig Klage erheben, wenn Sie nicht gerade Ihren Wagen für möglicherweise zukünftig verbesserte Klageaussichten stilllegen wollen.

Fünftens: Holen Sie sich Hilfe!

Eine erfahrene Dieselskandal-Anwältin bzw. ein erfahrener Anwalt kann Ihnen helfen, die beste Klagestrategie für Ihre individuelle Situation zu erarbeiten. Es gilt, die aktuelle Rechtsprechung und Medienberichte zu den betroffenen Automodellen im Blick zu behalten, und dann zum richtigen Zeitpunkt einen substantiierten Vortrag zu machen, ohne dabei Ihre individuelle Fahrzeugnutzung außer Acht zu lassen.