Verkehrsteilnehmer sollten Bußgeldbescheide immer hinterfragen. Das zeigt aktuell ein Versuch von Sachverständigen mit dem Geschwindigkeitsmessgerät XV3: Es produzierte im Live-Test intransparente und fehlerhafte Messungen.

Verkehrsteilnehmer sollten Bußgeldbescheide immer hinterfragen. Das zeigt aktuell ein Versuch von Sachverständigen mit dem Geschwindigkeitsmessgerät XV3: Es produzierte im Live-Test intransparente und fehlerhafte Messungen.

Viele Verkehrsteilnehmer nehmen falsche Bußgeldbescheide hin

Verkehrsteilnehmer nehmen Bußgeldbescheide meistens einfach hin. Sie vertrauen darauf, dass die Strafen schon ihre Richtigkeit haben werden, dass sie also zu Recht eine Strafe bekommen. Selbst wenn das nicht der Fall ist, glauben viele Menschen, dass sie gegen Bußgeldbescheide ohnehin nichts unternehmen können.

Beides stimmt aber in überraschend vielen Fällen nicht. Das zeigt aktuell das Beispiel des Messgeräts Leivtech XV3. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Lasermessgerät, das sehr häufig bei Geschwindigkeitsmessungen eingesetzt wird. Diese Geräte verwenden aktuell eine Software, die es unmöglich macht, die Rohmessdaten einzusehen. In einer früheren Version der Software war das anders.

Hinweis: Rohmessdaten vor Gericht

Vor Gericht werden die Rohmessdaten relevant, wenn ein Gutachter eingeschaltet wird. Bei standardisierten Messverfahren ist das aber selten.

Messgerät Leivtech XV3 produziert widersprüchliche Ergebnisse

Die fehlende Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse ist aber nicht das einzige Problem mit den XV3. Es kommt auch zu Fehlmessungen. Das haben Sachverständige in einem Versuch nachgewiesen. Dafür stellten sie an einer Messstelle zwei verschiedene Leivtech-Messgeräte auf – beide so, dass die Aufbaubedingungen von der Gebrauchsanweisung gedeckt waren.

Die Geräte zeigten nun in derselben Messsituation am selben Fahrzeug deutlich unterschiedliche Ergebnisse. Mindestens eines davon muss also falsch sein. Es kann sein, dass diese Unterschiede auf mögliche Stufensprünge, programmierte Auswahl einzelner Messimpulse oder andere Ursachen zurückzuführen sind. Was auch immer die Ursache: Das Gerät taugt ganz offensichtlich nicht, um damit standardisierte Messungen durchzuführen.

Wer also einen Bußgeldbescheid erhalten hat und das Gefühl hat, dass damit etwas nicht stimmt, sollte den Bescheid anwaltlich überprüfen lassen. Denn viele mögliche Fehlerquellen können dazu führen, dass falsche Bußgeldbescheide entstehen. Wenn der Bescheid auf Messungen von einem Leivtech XV3 beruht, gilt das umso mehr. Dann sollten Sie den Bescheid unbedingt anwaltlich überprüfen lassen.

Quellen: