Welche Arten von Blitzern gibt es?

Blitzer sind im Verkehrsrecht ein wichtiges Mittel, um Verkehrsverstöße festhalten und ahnden zu können. Über die verschiedenen Varianten und Blitzer-Typen ist es dann möglich, unterschiedliche Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Neben Geschwindigkeits- oder Abstandsverstößen sind auch Verstöße am Handy durch Blitzer nachweisbar. Zudem kann an einer Ampel ein Blitzer Haltelinie- und Rotlichtverstöße festhalten.

Sowohl Autos als auch Lkw werden durch Blitzer erfasst. Wird ein Motorrad über einen Blitzer fotografiert, ist es von Bedeutung, ob das Kennzeichen sichtbar ist. Zudem ist es recht schwierig, den Fahrer zu identifizieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fahrer auf einem Motorrad gar nicht belangt werden können. Handelt es sich beispielsweise um eine Kontrolle über mobile Blitzer, können Beamte die Fahrer vor Ort anhalten.

Oftmals werden Blitzer an Unfallschwerpunkten, gefährlichen Kreuzungen oder an Orten mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern (vor Schulen, Kitas, Seniorenresidenzen usw.) eingesetzt.

Die Messung der Geschwindigkeit kann je nach Modell über Laser, Helligkeitssensoren, Lichtschranken oder Induktionsschleifen erfolgen. Dabei kann ein Blitzer innerorts und außerorts fest installiert sein oder mobil zum Einsatz kommen.

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Fester oder mobiler Blitzer: Messungen auf verschiedene Arten

Mobile Blitzer erlauben eine Überwachung an unterschiedlichsten Schwerpunkten ohne große logistische Aufwendungen. Ob als Laserpistole, auf einem Stativ, aus dem Auto heraus oder als Blitzer in einem Anhänger, die Möglichkeiten sind vielfältig.

Nachfolgend gehen wird näher auf die gängige Typen mobiler Blitzer und deren Funktionsweise ein. Am häufigsten werden Radarblitzer auf Stativen oder aus einem Fahrzeug heraus verwendet. Hierbei sendet das Gerät Radarstrahlen aus. Die Fahrzeuge werden auf der überwachten Strecke erfasst und per Weg-Zeit-Berechnung die Geschwindigkeit festgestellt. 

Auch die Lasermessung kann beim Blitzer mobil durchgeführt werden. Mithilfe des sogenannten Laserpistole können Beamte Fahrzeuge vom Fahrbahnrand aus erfassen und über Lichtimpulse die Geschwindigkeit messen. Hier werden Fahrer dann in der Regel sofort angehalten.

Zu weiteren gängigen Messmethoden gehören zudem auch folgende:

  • Police-Pilot-System (ProVida): Messungen über Video und durch Nachfahren, kommt meist auf Autobahnen zum Einsatz
  • Lichtschrankenmessung: Blitzer haben Sender und Empfänger, die auf beiden Seiten der Messstrecke stehen, Fahrzeuge durchfahren die Lichtschranke zwischen den Geräten
  • Helligkeitssensoren: Geräte erstellen Helligkeitsprofile von der Messstrecken, Fahrzeuge verändern diese

Eine Mischform aus einem mobilen und festen Blitzer stellen die Anhänger oder auch Enforcement Trailer dar. Hier sind die Geräte auf einem Anhänger montiert und können so an bestimmten Orte aufgestellt werden. Da sie eine autarke Stromversorgung besitzen, können diese Anhänger auch über einen längeren Zeitraum den Verkehr an der Stelle überwachen. 

Die Varianten der fest installierten Blitzer sind ebenfalls je nach Funktionsweise vielfältig. Neben den bekannten Blitzerkästen oder Säulen am Straßenrand gibt es auch in der Fahrbahn verbaute Induktionsschleifen oder Piezosensoren.

Bei Kästen oder Säulen kommt in der Regel die Radartechnik zum Einsatz. Aber auch Laser können hier verbaut sein. Durchfahren Fahrzeuge die Strahlen, reflektieren sie diese zurück zum Gerät. Wird dann eine Überschreitung erkannt, löst die Kamera im Blitzer aus und es wird ein Foto erstellt.

Bei Induktionsschleifen sind Sensoren bzw. Platten fest in der Fahrbahn verbaut. Es wird ein Magnetfeld erzeugt, das beim Durchfahren unterbrochen ist. Es wird die Zeit festgehalten, die ein Fahrzeug benötigt, um durch die magnetisierten Abschnitte zu fahren. Diese Blitzer kommen auch oft an Ampeln zum Einsatz und können Haltelinien- und Rotlichtverstöße festhalten. 

Piezosensoren sind ebenfalls fest in der Fahrbahn eingefügt und in festgelegten Abständen auf der Messstrecke vorhanden. Beim Überfahren der Kabel fließt Strom. Es wird hier dann ebenfalls gemessen, wie lange ein Fahrzeug braucht, um die einzelnen Abschnitte zu überfahren. Über die Weg-Zeit-Berechnung können Beamte dann die Geschwindigkeit ermitteln

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Weitere Blitzer-Typen: Rotlicht, Handy, Abstand

Wie bereits erwähnt, ist es auch möglich, neben Geschwindigkeitsüberschreitungen andere Verstöße über Blitzer zu ahnden. Überfahren Sie ein Rotlicht, kann ein Blitzer das festhalten. Gleiches gilt für Abstandsverstöße. Letzteres erfolgt meist über Messungen von Brücken oder durch das Nachfahren über eine bestimmte Strecke.

Aber auch Handyverstöße können mittels Blitzer erfasst werden. Die sogenannten Monocams nutzen Videokameras und künstliche Intelligenz, um Handyverstöße festzustellen. Dabei werden Fahrer gefilmt und die Daten per KI ausgewertet. Wird ein Handy erkannt, löst der Blitzer aus. 

Bußgeldkatalog: Blitzer bedeuten Bußgeld, Punkte und Fahrverbote

Erwischt Sie ein Blitzer droht keine Strafe nach Strafrecht, denn bei den Verstößen handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten. Diese werden dann gemäß dem Bußgeldkatalog geahndet. Neben Verwarn- und Bußgeldern sind auch Punkte und Fahrverbote möglich. Werden Sie zudem in der Probezeit von einem Blitzer erfasst und handelt es sich um einen A-Verstoß, müssen Sie mit einer Probezeitverlängerung rechnen. Ein Blitzer kann dann auch die Teilnahme an einem Aufbauseminar bedeuten.

Je nachdem wo Sie unterwegs sind und mit welchem Fahrzeug Sie geblitzt wurden unterscheiden sich die Sanktionen. Verwarngelder gibt es theoretisch ab dem ersten km/h zu viel. Ab 16 km/h drüber sind es dann Bußgelder und ab 21 km/h zu viel kann es Punkte geben. Mit einem Fahrverbot ist außerorts ab 41 km/h und innerorts ab 31 km/h zu viel zu rechnen. Im Wiederholungsfalls ist das bereits ab 26 km/h zu schnell möglich.

Einen Toleranzabzug kann beim Blitzer über die Höhe der Sanktionen entscheiden. Wie viel km/h Toleranz sind bei einem Bitzer möglich? So liegt bei einem Blitzer die Toleranz in der Regel bei drei km/h, wenn es sich um Geschwindigkeiten unter 100 km/h handelt. Fahren Sie schnell. Werden 3% als Toleranz für den Blitzer angesetzt, ob Autobahn, Kraftfahrstraße oder Landstraße ist dann unerheblich.

Werden Sie an einer roten Ampel vom Blitzer aufgenommen, wird ein Punkt eingetragen und es werden mindestens 90 Euro fällig. Ein Fahrverbot droht bei einer Gefährdung oder wenn es sich um einen qualifizierten Rotlichtverstoß handelt. Hat ein Blitzer Sie bei einem Abstandsverstoß erwischt, liegen die Bußgelder zwischen 25 und 400 Euro. Es sind zwischen ein und zwei Punkten möglich. Und auch Fahrverbote von einem, zwei oder drei Monaten drohen.

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Blitzer-App: Droht eine Strafe?

In Deutschland ist die Nutzung einer Blitzer-App verboten. Achtung auch bei Fahrten im Ausland, in den meisten europäischen Ländern sieht die Gesetzeslage ähnlich aus. Apps oder Einstellungen im Navi als Blitzer-Warner, die über jegliche Blitzern auf der Strecke informieren, bedeuten ein Bußgeld von 75 Euro sowie einen Punkt in Flensburg.

Zwar ist der Besitz nicht verboten, jedoch können Beamte den Verdacht äußern, dass eine installierte Anwendung dann auch zum Einsatz kommt. Insbesondere dann, wenn sie sich in einem betriebsbereiten Zustand befindet. 

Blitzer anfechten: Eine Einspruch ist möglich

Wann lohnt sich ein Einspruch gegen Blitzer? Blitzer sind nicht fehlerfrei. Messfehler, falsche Anwendung oder eine fehlende Eichung gehören durchaus zu häufig auftretenden Problemen. Vermuten Betroffene solche Fehler, kann ein Einspruch sinnvoll sein. 

Aber auch bei formalen Fehlern im Bußgeldbescheid, wie zum Beispiel falsche Angaben zum Fahrer, zum Fahrzeug oder zur Tat, können einen Einspruch begründen. Gleiches gilt, wenn vom Blitzer das Foto unscharf und eine eindeutige Identifizierung nicht möglich ist. Aber auch wenn der Bescheid nach der Verfolgungsverjährung für den Blitzer ankommt, ist ein Einspruch ratsam.

Wann verjährt ein Blitzer? Mit der Gesetzesänderung wurde die Verfolgungsverjährung von drei auf sechs Monate angehoben. Verkehrsverstöße können nun also länger verfolgt werden. Und Achtung, ein Anhörungsbögen unterbricht beim Blitzer die Verjährungsfrist.

Im Zweifel sollten sich Betroffene an einen Anwalt für den Blitzer bzw. den entsprechenden Bußgeldbescheid wenden. Unsere Anwälte von rightmart.de können Sie beim richtigen Vorgehen unterstützen und den Bußgeldbescheid überprüfen

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