Wie kann Sie ein Anwalt bei der Verbraucherinsolvenz unterstützen?

Die Verbraucherinsolvenz – umgangssprachlich eher als Privatinsolvenz bekannt – ist ein gerichtliches Verfahren, welches überschuldete Personen den Start in ein schuldenfreies Leben ermöglicht. Sowohl die Vorbereitung, die Anmeldung und die Durchführung des Verfahrens sollten im besten Falle gut vorbereitet sein.

Aus diesem Grund ist für Laien häufig ratsam, bereits vor der Privatinsolvenz einen Anwalt – im besten Falle einen Fachanwalt für Insolvenzrecht – zu kontaktieren. Dieser führt den Schuldner strukturiert durch den gesamten Prozess der Privatinsolvenz, schützt ihn vor rechtlichen Fallstricken und vertritt seine Interessen gegenüber Gläubigern sowie dem Insolvenzgericht. Unsere Experten unterstützen Sie gerne mit ihrer jahrelangen Erfahrung.

In diesem Rahmen kann Ihnen ein Rechtsanwalt für die Privatinsolvenz weiterhelfen:

  1. Vor dem Insolvenzantrag (außergerichtliche Phase):
  • Schuldenanalyse & Gläubigerverzeichnis: Der Anwalt verschafft sich einen genauen Überblick über alle Verbindlichkeiten und übernimmt die gesamte Korrespondenz mit den Gläubigern.
  • Außergerichtlicher Einigungsversuch: Vor der Privatinsolvenz erarbeitet der Anwalt einen Schuldenbereinigungsplan (z. B. Einmalvergleich oder Ratenzahlung), um eine Insolvenz womöglich noch abzuwenden. Im besten Falle umgeht der Schuldner dann das langwierige und entbehrungsreiche Insolvenzverfahren.
  • Bescheinigung des Scheiterns (§ 305 InsO): Scheitert der Vergleich, stellt der Anwalt als gesetzlich zugelassene „geeignete Person“ die zwingend erforderliche Bescheinigung aus. Dies spart oft mehrere Monate Wartezeit im Vergleich zu häufig überlasteten öffentlichen Schuldnerberatungen.
  • Insolvenzantrag & Kostenstundung: Wenn Sie die Privatinsolvenz beantragen, kann der Anwalt Sie beim fehlerfreien Ausfüllen der umfangreichen Antragsformulare unterstützen und gleichzeitig den Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellen.
  • Kontoschutz: Er berät zur Umwandlung des Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto und setzt bei Bedarf höhere Freibeträge (z. B. bei Unterhaltspflichten) durch.
  1. Während des Verfahrens (Eröffnung und Wohlverhaltensphase):
  • Kommunikation mit dem Insolvenzverwalter: Während der Privatinsolvenz dient der Anwalt als professionelle Schnittstelle zum Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter, um Obliegenheitsverletzungen zu vermeiden, die das Verfahren gefährden könnten.
  • Prüfung der Pfändungsbeträge: Er überwacht, ob das pfändbare Einkommen und Sonderzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld oder Überstunden) korrekt berechnet werden.
  • Abwehr von Versagungsanträgen: Stellen Gläubiger Anträge auf Versagung der Restschuldbefreiung (z. B. wegen angeblicher Falschangaben), übernimmt der Anwalt die juristische Verteidigung vor Gericht.

Wir prüfen Ihre Möglichkeiten zur Schuldenfreiheit.

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Weg durch die Privatinsolvenz: Ist das ohne Anwalt möglich?

Grundsätzlich können Sie in Deutschland die Privatinsolvenz ohne Anwalt anmelden und das Verfahren ohne rechtlichen Beistand durchlaufen. Wie wir bereits weiter oben erwähnt haben, müssen Sie zur Beantragung der privaten Insolvenz zwingend den Nachweis einer geeigneten Stelle über den gescheiterten Einigungsversuch vorlegen.

Diesen erhalten Sie bei einem Fachanwalt für die Privatinsolvenz, aber auch bei anderen Stellen – wie etwa anerkannten gemeinnützigen bzw. öffentlichen Schuldnerberatungsstellen oder Steuerberatern.

Im Video: Alles Wichtige zum Ablauf der Privatinsolvenz

Die wichtigsten Informationen zur Anmeldung der Privatinsolvenz haben wir in diesem Video für Sie zusammengefasst.
Die wichtigsten Informationen zur Anmeldung der Privatinsolvenz haben wir in diesem Video für Sie zusammengefasst.

Hilfe vor der Privatinsolvenz: Ist ein Anwalt oder die Schuldnerberatung besser?

Im Folgenden listen wir die Vor- und Nachteile auf, welche die Unterstützung durch einen Anwalt und eine Schuldnerberatungsstelle mit sich bringen:

AnwaltSchuldnerberatung
Vorteile
  • Meist nur kurze Wartezeiten

  • Umfassende Vertretung, auch vor Gericht

  • Übernahme der Kommunikation mit den Gläubigern bzw. Inkassounternehmen

  • Explizites Fachwissen bei einem Fachanwalt für die Privatinsolvenz

  • Kostenfreiheit
  • Ganzheitlicher Ansatz (neben der Entschuldung erhalten Schuldner praktische Hilfe bei der Existenzsicherung, Sozialleistungsanträgen und Haushaltsplanung)


Nachteile
  • Es entstehen Kosten, sofern kein Beratungshilfeschein bewilligt wird

  • Häufig fehlende soziale Komponente (keine Unterstützung bei der Haushaltsführung oder psychosoziale Beratung)

  • Oft lange Wartezeiten

  • Häufig wird hier Hilfe zur Selbsthilfe angeboten – die Kommunikation mit Gläubigern wird häufig nicht von den Beratern vorgenommen, vielmehr liegt die Verantwortung dafür beim Schuldner

  • Keine Vertretung vor Gericht

  • Bei komplexen rechtlichen Fällen fehlen mitunter die zeitlichen Ressourcen für tiefgreifende juristische Einzelprüfungen

Kosten für die Privatinsolvenz: Wer zahlt den Anwalt?

Es entstehen Kosten für den Anwalt, wenn die Privatinsolvenz von diesem begleitet wird. Wie hoch diese ausfallen, hängt vor allem von der Anzahl der Gläubiger und dem Abrechnungsmodell der Kanzlei ab.

Verfügen Sie nur über ein geringes Einkommen oder beziehen Sozialleistungen, können Sie einen Antrag auf Beratungshilfe stellen, wenn Sie bei der Privatinsolvenz von einem Anwalt unterstützt werden wollen. In diesem Fall zahlen Sie lediglich eine Eigenbeteiligung in Höhe von 15 Euro, während der Staat einspringt und den Großteil der bei der Privatinsolvenz anfallenden Anwaltskosten übernimmt.

Aber was kostet eine Privatinsolvenz beim Anwalt, wenn keine Beratungshilfe gewährt wird? In diesem Fall vereinbaren auf Insolvenzrecht spezialisierte Kanzleien in der Regel transparente Pauschalpreise. Diese richten sich meist nach der Anzahl der Gläubiger. Greift keine Pauschalvereinbarung, erfolgt die Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Bei rightmart ist das erste Beratungsgespräch kostenlos und unverbindlich. Kosten entstehen erst dann, wenn Sie sich für die rechtliche Vertretung entscheiden.

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Tipps zur Privatinsolvenz: Den richtigen Anwalt in der Nähe finden

Schuldner sollten bei der Wahl des richtigen Anwalts zunächst darauf achten, dass dieser über das nötige Expertenwissen verfügt. Idealerweise ist dies ein Fachanwalt für Insolvenzrecht oder eine Kanzlei mit nachweisbarem Schwerpunkt im Privatinsolvenzrecht – das ist bei rightmart der Fall. Wir helfen außerdem schnell und bequem online weiter.

Sie sollten sich zusätzlich vergewissern, dass der Rechtsanwalt tatsächlich eine Bescheinigung nach § 305 InsO ausstellen darf. Des Weiteren ist es wichtig, im Vorhinein über entstehende Kosten zu sprechen. Seriöse Kanzleien sprechen die finanzielle Seite im Erstgespräch direkt an.

Prüfen Sie, ob die Kanzlei Beratungshilfe akzeptiert. Mit einem vom Amtsgericht bewilligten Beratungshilfeschein fällt für Sie lediglich eine Zuzahlung von 15 Euro an. Fehlt die Voraussetzung für Beratungshilfe, sollte die Kanzlei mit transparenten Festpreisen arbeiten. Meiden Sie Verträge mit unkalkulierbaren Stundensätzen.

Warnsignale: Hier sollten Sie aufmerksam werden! Vermeiden Sie reine Vermittlungsagenturen oder kommerzielle „Insolvenzhelfer“, die mit hohen Vorkasse-Forderungen, teuren Ratenplänen oder undurchsichtigen Zusatzverträgen werben. Prüfen Sie im bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer online, ob es sich um eine zugelassene Anwaltskanzlei handelt.