Jeder kann in eine finanzielle Notlage geraten. Wichtig ist, dass Sie sofort professionelle Hilfe für die Schuldenregulierung in Anspruch nehmen. Dabei stehen Ihnen zwei Optionen zur Verfügung: Sie können sich an einen spezialisierten Rechtsanwalt wenden oder eine Schuldnerberatungsstelle. Wir erklären Ihnen die Unterschiede zwischen beiden Beratungsformen und werfen einen Blick auf die Vorteile einer anwaltlichen Schuldnerberatung, wie sie z. B. von Schuldenanalyse-kostenlos.de angeboten wird.

Die Qual der Wahl: Schuldnerberatung oder Anwalt?

Staatliche oder gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen bieten zwar meist eine kostenlose Unterstützung. Allerdings warten Sie dort oft monatelang auf einen Termin. Ein Anwalt für Schuldnerberatung bietet hingegen schnelle Hilfe – gegen eine entsprechende Vergütung. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Beratungsformen zusammen.

Vor- und Nachteile einer öffentlichen Schuldnerberatung

Die öffentliche Schuldnerberatung bietet im Wesentlichen zwei Vorteile:

  1. Kostenfrei: Die Beratung erfolgt in der Regel gebührenfrei.
  2. Ganzheitlicher Ansatz: Viele Beratungsstellen kombinieren die Schuldenbereinigung mit einer psychosozialen Beratung und einer Budgetberatung. Das ist z. B. sinnvoll für Menschen mit Spielschulden oder für Personen, deren Schulden auf psychischen oder sozialen Problemen beruhen.

Allerdings bringt sie auch einige Nachteile mit sich:

  1. Lange Wartezeit: Aufgrund der hohen Nachfrage dauert es oft Monate, bis Sie einen Termin erhalten.
  2. Eingeschränkte juristische Beratung: Bei komplexen rechtlichen Angelegenheiten und Eilfällen stoßen diese Beratungsstellen an ihre Grenzen.
  3. Nur für Verbraucher: (Ehemals) Selbstständigen steht dieses Beratungsangebot in der Regel nicht zur Verfügung.

Fazit: Die Schuldnerberatung durch staatliche oder gemeinnützige Stelle eignet sich insbesondere für Menschen, die lange Wartezeiten in Kauf nehmen können und überhaupt kein Geld für eine anwaltliche Beratung haben.

Vorteile und Leistungen von einem Anwalt für Schuldnerberatung

Die Vorteile der anwaltlichen Schuldnerberatung überwiegen:

  1. Schnelle Hilfe: Ein Rechtsanwalt für Schuldnerberatung bietet kurzfristige Termine, was gerade in dringenden Fällen entscheidend ist. Auch die Schuldenregulierung geht schneller vonstatten.
  2. Juristische Kompetenz: Manchmal beinhalten die Forderungen der Gläubiger alte oder unzulässige Gebühren und Zinsen. Oder die Forderung selbst ist unberechtigt. Ihr Anwalt prüft sämtliche Forderungen und strukturiert den Schuldenregulierungsprozess mithilfe von Fristen.
  3. Rechtliche Vertretung: Ein Anwalt vertritt Sie nicht nur bei den Verhandlungen mit Ihren Gläubigern, sondern notfalls auch vor Gericht. Das ist wichtig, um Rechtsmittel gegen Vollstreckungsmaßnahmen einzulegen. Öffentliche und gewerbliche Beratungsstellen sind nicht befugt, Sie vor Gericht zu vertreten.
  4. Mehr Druckmittel: Wenn Sie einen Rechtsanwalt einschalten, signalisieren Sie Ihren Gläubigern, dass es Ihnen ernst ist und Sie die Angelegenheit gegebenenfalls auch gerichtlich klären lassen. Das verbessert Ihre Erfolgsaussichten deutlich.

Die Schuldnerberatung durch einen Rechtsanwalt hat nur zwei Nachteile:

  1. Kostenpflichtig: Für die anwaltliche Beratung und Vertretung wird ein Honorar fällig. Wenn Sie einen Beratungshilfeschein erhalten, bezahlen Sie lediglich eine Gebühr von 15 €. Die Beratungshilfe wird allerdings nur für den außergerichtlichen Einigungsversuch gewährt. Wenn Sie den Anwalt darüber hinaus mit anderen Aufgaben beauftragen, z. B. mit der Beantragung der Privatinsolvenz, entstehen weitere Kosten, für die Sie allein aufkommen müssen.
  2. Keine weiteren Beratungsangebote: Ein Anwalt für Schuldnerberatung konzentriert sich auf die finanziellen und rechtlichen Aspekte Ihres Schuldenabbaus. Er berät Sie weder zum richtigen Umgang mit Geld noch psychosozial.

Privatinsolvenz: Mit Anwalt oder Schuldnerberatung?

Wenn Sie Privatinsolvenz beantragen möchten, benötigen Sie die Bescheinigung über den gescheiterten Einigungsversuch mit Ihren Gläubigern. Dieser Nachweis muss laut § 305 InsO „von einer geeigneten Person oder Stelle auf der Grundlage persönlicher Beratung und eingehender Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldners ausgestellt werden.“

Geeignet sind sowohl anerkannte Schuldnerberatungsstellen als auch Rechtsanwälte. Letztere haben den Vorteil, dass sie Verbraucher besser durch das Insolvenzverfahren begleiten können. Ein Anwalt …

  • erstellt einen auf Ihre Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zugeschnittenen Schuldenbereinigungsplan,
  • erzielt aufgrund seines Verhandlungsgeschicks und seiner Rechtskenntnisse bessere Ergebnisse bei den Verhandlungen mit Ihren Gläubigern,
  • sorgt dafür, dass Ihr Insolvenzantrag inklusive aller Unterlagen vollständig und fehlerfrei ist und dass Sie keine Fristen versäumen,
  • berät Sie zu allen insolvenzrechtlichen Fragen, beispielweise zum Umfang Ihrer Erwerbsobliegenheit und Ihren sonstigen Obliegenheiten und
  • vertritt Sie bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder oder vor dem Gericht, etwa bei der Frage, was zur Insolvenzmasse gehört und welches Einkommen und Vermögen unpfändbar ist.

Letztendlich hilft Ihnen ein Anwalt für Schuldnerberatung, sämtliche juristische Stolperfallen zu umgehen und die Versagung der Restschuldbefreiung zu verhindern.

Was kostet eine Schuldnerberatung beim Anwalt?

Eine professionelle Schuldenregulierung besteht aus drei Phasen: der eigentlichen Schuldnerberatung, dem außergerichtlichen Einigungsversuch und ggf. der Privatinsolvenz. In jeder Phase der Schuldnerberatung durch einen Anwalt fallen Kosten an:

  1. Schuldnerberatung: Sie ist relativ kostengünstig. Wenn Sie Beratungshilfe erhalten, übernimmt die Landesjustizkasse die Kosten und Sie zahlen lediglich eine Gebühr von 15 €. Lehnt das Amtsgericht die Beratungshilfe ab, müssen Sie etwa 50,00 – 226,10 € für diese Beratung bezahlen. Das hängt vom jeweiligen Rechtsanwalt ab. Allerdings ist die Obergrenze für eine Erstberatung gesetzlich vorgeschrieben. Bei einigen Kanzleien wie Schuldenanalyse-kostenlos.de erhalten Sie eine kostenlose, unverbindliche Erstberatung.
  2. Außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern: Die Schuldnerberatung allein wird in der Regel nicht genügen. Im Regelfall müssen Sie mit Ihren Gläubigern über die Bedingungen des Schuldenabbaus verhandeln. Auch diese Phase der Schuldenbereinigung ist von der oben erwähnten Beratungshilfe abgedeckt. Wenn Sie keinen Beratungshilfeschein erhalten, richten sich die Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), sofern Sie mit Ihrem Anwalt für Schuldnerberatung keine anderweitige Vergütung vereinbaren. Lassen Sie sich die Kosten genau aufschlüsseln, bevor Sie den Anwalt beauftragen, und fragen Sie, ob eine Ratenzahlung möglich ist.
  3. Privatinsolvenz oder gerichtliche Schuldenbereinigung: Welche Kosten während des Verfahrens anfallen, hängt davon ab, womit Sie den Anwalt beauftragen, ob er z. B. nur einen Insolvenzantrag für Sie stellt, Sie zu insolvenzrechtlichen Fragen berät oder Rechtsmittel für Sie einlegt. Ein seriöser Rechtsanwalt wird Ihnen die jeweiligen Kosten genau auflisten und erklären. 

Viele Amtsgerichte bewilligen keine Beratungshilfe, sondern verweisen stattdessen auf die kostenfreie öffentliche Schuldnerberatung – aufgrund der langen Wartezeiten ein Dilemma für Ratsuchende. Lassen Sie sich von der Beratungsstelle schriftlich bestätigen, dass bei der öffentlichen Schuldnerberatung kein Termin verfügbar ist, und fügen Sie ihnen Ihrem Antrag auf Beratungshilfe bei.

 

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