Im Jahr 2012 wurde der Blitzermarathon, auch Speedweek genannt, eingeführt. Während die Premiere ausschließlich in Nordrhein-Westfalen stattfand, wurde die Aktion in den Jahren danach aufs Bundesgebiet ausgeweitet, wobei es für die einzelnen Bundesländer keine Pflichtveranstaltung ist. Daher unterscheidet sich die Teilnehmerliste regelmäßig. Wir haben alle wichtigen Informationen zum Blitzermarathon für Sie zusammengefasst.

Blitzermarathon: Hintergründe & Ziele

Der Blitzermarathon soll die Verkehrsteilnehmer an geltende Tempolimits erinnern. Neben Deutschland nehmen noch weitere europäische Staaten teil. Vor allem an Gefahrenstellen finden vermehrt Geschwindigkeitskontrollen statt. Hintergrund ist, dass überhöhtes Tempo nach wie vor eine Hauptursache für schwere und tödliche Unfälle auf deutschen Straßen ist. 

Dabei geht es der Regierung in erster Linie um Prävention, denn um Kontrolle und Einnahmen aus Bußgeldern. Die Messstellen werden vorab veröffentlicht. Das soll ein Bewusstsein für das eigene Fahrverhalten schaffen.

Die Organisation der Speedweek bzw. des Blitzmarathon erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen:

  • ROADPOL (European Roads Policing Network) ist ein Zusammenschluss der Verkehrspolizeien fast aller EU-Mitgliedsstaaten. Das Netzwerk legt die Termine für den Blitzermarathon europaweit fest.
  • In Deutschland gibt es keine zentrale Bundesbehörde, die den Blitzermarathon anordnet. Dementsprechend liegt die Entscheidung für oder wider eine Teilnahme bei den einzelnen Bundesländern. Terminlich folgen sie den Vorgaben der ROADPOL. Einzig die Dauer des Marathons – ob lediglich einen Tag oder die komplette Speedweek – wird selbst festgelegt. 
  • Auf operativer Ebene zeichnen die Polizei und Kommunen verantwortlich. Während die Polizei beim Blitzermarathon die Standorte und Messtechnik auswählt und das Personal stellt, organisieren Städte und Kommunen in Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern eigene Blitzer. Die Standorte werden dabei nicht willkürlich ausgesucht.

Wichtig: Speedweek vs. Blitzermarathon

Die Speedweek und der Blitzermarathon unterscheiden sich grundlegend – vor allem in der Dauer der Kontrollen. Während es während der Speedweek über eine gesamte Woche zu verstärkten Kontrollen kommt, beschränkt sich der Blitzermarathon auf einen Tag (24 Stunden).

Standorte beim Blitzermarathon: Wo wird geblitzt?

Bei der Bestimmung der Blitzerstandorte setzen die Organisatoren ebenso auf Tipps aus der Bevölkerung zu besonderen Gefahrenquellen wie auf Unfallstatistiken. Ebenso werden besonders schützenswerte Zonen wie Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime herangezogen. Auf Autobahnen kommen beim Blitzermarathon neben den fest installierten Messstationen zusätzliche mobile Techniken zum Einsatz. 

Wie bereits erwähnt, sind für die Standortswahl die einzelnen Bundesländer mit ihren Städten und Kommunen selbst verantwortlich. Welche Länder teilnehmen, ist unterschiedlich.

Blitzermarathon in Deutschland: Welche Bundesländer machen mit?

Der Blitzermarathon ist eine bundesweit stattfindende Aktion, die für die einzelnen Bundesländer jedoch nicht verpflichtend ist. Ob sie daran teilnehmen oder nicht, wird individuell entschieden. 

Die nächste Speedweek findet zwischen dem 13. und 19. April 2026 statt. Wer teilnimmt, steht fest. Die folgende Blitzermarathon-Liste gibt Aufschluss – auch über die Dauer der Teilnahme:

Wie Sie sehen, fehlt das Saarland beim Blitzermarathon in der Bundesländer-Liste – hier wird auf eine Teilnahme verzichtet.

Hinweis: zweiter Marathon im August

Ein Blitzermarathon ist keine einmalige Sache in Deutschland. Im August kommt es zwischen dem 3. und 9. erneut zu verstärkten Tempokontrollen.

Zeitraum & Dauer: Dann sollten Sie einen Gang runterschalten

Ab wann ist Blitzermarathon und wie lange dauert der Blitzermarathon? – diese zwei Fragen treiben so manchen Autofahrer um. Wir liefern konkrete Antworten.

  1. Zwischen dem 13. und 19. April ist die erste Speedwoche in 2026 angesetzt.
  2. Vom 3. bis zum 9. August kommt es zu einer zweiten Aktionswoche.

Dabei Gibt es bei der Speedwoche und dem Blitzermarathon Unterschiede. Die beziehen sich in erster Linie auf die Dauer (eine Woche vs. einen Tag). Allerdings ist häufig auch die Intensität der Kontrollen eine andere.

Viele Bundesländer führen zwar in der gesamten Woche verstärkt Geschwindigkeitsmessungen durch. Nur am eigentlichen Tag des Blitzermarathons – im April ist das der 15. des Monats – schöpfen sie die maximalen Potenziale aus und schaffen so viele zusätzliche Messstellen wie möglich. 

Technik: Diese Blitzer kommen zum Einsatz

Beim Blitzermarathon wird die volle Bandbreite der Blitzertechnik ausgeschöpft: 

  • mobile Laserpistolen,
  • mobile Radar- und Laserwagen,
  • Anhänger-Blitzer (Enforcement Trailer),
  • Lichtschranken,
  • zivile Nachfahr-Systeme,
  • Kombi-Blitzer

Blitzer entgehen: Sind Hilfsmittel erlaubt?

Blitzer-Apps sind beliebte Hilfsmittel, um einer Blitzerfalle zu entkommen. Und auch wenn deren Besitz erst einmal legal ist – die Nutzung während der Fahrt ist es nicht. Werden Sie mit einer aktiven Warnanwendung erwischt, drohen ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg.

Ist es zwar für Sie zu spät – Sie wurden von einem Blitzer erfasst – wollen andere Verkehrsteilnehmer davor aber bewahren, ist ebenso Vorsicht geboten – Stichwort: Lichthupe. Die darf nur eingesetzt werden, wenn Gefahr droht oder Sie einen Überholvorgang ankündigen wollen, nicht aber, um andere vor einem Blitzer zu warnen. Werden Sie dabei erwischt, müssen Sie mit einem Verwarngeld in Höhe von 5 bis 10 EUR rechnen. 

Winken Sie zur Warnung, bewegen Sie sich zwar in einer rechtlichen Grauzone, Konsequenzen müssen Sie jedoch nicht befürchten.

Geblitzt: Strafen und Möglichkeiten im Bußgeldverfahren

Wurden Sie im Zuge des Blitzermarathons von einem Blitzer erfasst, wird in aller Regel ein Bußgeld fällig. In welcher Höhe bemisst sich daran, um wie viel km/h Sie zu schnell waren und ob es innerorts oder außerorts zur Geschwindigkeitsüberschreitung gekommen ist. Genauere Angaben finden Sie in dem verlinkten Ratgeber.

Dabei kann sich mitunter ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von formalen Fehlern bis zu Messfehlern. Wir unterstützen Sie, prüfen Ihren Bescheid und sprechen eine Handlungsempfehlung aus.

Quellen: