Auf einem P-Konto (Pfändungsschutzkonto) sind seit dem 1. Juli 2026 pro Kalendermonat 1.590 Euro automatisch vor Pfändung geschützt. Bei Unterhaltspflichten, etwa für Kinder, kann der Freibetrag mit einer Bescheinigung steigen. Dieser Ratgeber zeigt, wie das funktioniert.
Was ist der P-Konto-Freibetrag?
Wird Ihr Konto gepfändet, kann die Bank Ihr Guthaben normalerweise für den Gläubiger einbehalten. Dann könnten Sie Miete, Strom oder Lebensmittel nicht mehr bezahlen.
Ein Pfändungsschutzkonto verhindert das. Der Freibetrag ist die Summe, die Sie jeden Monat frei verwenden können. Er gilt automatisch, ohne Antrag beim Gericht. Jede Bank muss dabei Ihr Girokonto auf Wunsch in ein P-Konto umwandeln, auch nach einer bereits eingegangenen Pfändung. Pro Person ist allerdings nur ein P-Konto erlaubt. So wird verhindert, dass Personen mehrfach auf den P-Konto-Freibetrag zugreifen können.
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Wie hoch ist der Freibetrag bei einem P-Konto?
Viele Personen, denen eine Kontopfändung droht, stellen sich die folgende Frage: Wie viel Freibetrag wird bei einem P-Konto berücksichtigt?
Die Höhe richtet sich nach den Pfändungsfreigrenzen (§ 850c ZPO), die jedes Jahr zum 1. Juli angepasst werden. Der aktuellen P-Konto-Freibetrag ist folgender Tabelle zu entnehmen:
| Situation | Freibetrag pro Monat |
|---|---|
| Ohne Unterhaltspflicht | 1.590 € |
| Mit 1 unterhaltsberechtigten Person (z. B. P-Konto-Freibetrag mit 1 Kind) | 2.187,42 € |
| Mit 2 unterhaltsberechtigten Personen (z. B. P-Konto-Freibetrag mit 2 Kindern) | 2.520,25 € |
| Mit 3 unterhaltsberechtigten Personen (z. B. P-Konto-Freibetrag mit 3 Kindern) | 2.853,08 € |
| Für jede weitere Person (bis zur fünften) kommen 332,83 Euro hinzu. | |
Wie lässt sich der P-Konto-Freibetrag berechnen? Die Rechnung ist einfach: Grundfreibetrag plus Zuschläge für unterhaltsberechtigte Personen.
- Grundfreibetrag: 1.590 €
- Zuschlag für die erste Person: 597,42 €
- Zuschlag für die zweite bis fünfte Person: je 332,83 €
P-Konto-Freibetrag mit Kind: Was gilt bei Unterhaltspflicht?
Wie wir bereits weiter oben erklärt haben, steigt der P-Konto-Freibetrag, wenn eine Unterhaltspflicht besteht. Doch Obacht: Das passiert nicht automatisch. Die Bank erhöht ihn erst, wenn Sie eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. Ohne sie behandelt die Bank Sie so, als hätten Sie keine Unterhaltspflicht.
Möchten Sie wegen Unterhaltspflichten Ihren P-Konto-Freibetrag erhöhen lassen? Die Familienkasse stellt die nötige P-Konto-Bescheinigung aus.
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Was gilt für Verheiratete beim Pfändungsschutzkonto? Wird der Freibetrag erhöht?
Den aktuellen P-Konto-Freibetrag zeigt die obige Tabelle. Wenn Sie verheiratet sind, bedeutet dies jedoch nicht, dass sich Ihr Freibetrag automatisch erhöht.
Entscheidend ist vielmehr, ob Sie Ihrem Ehepartner tatsächlich Unterhalt leisten, weil er oder sie kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen hat. Ist dies der Fall, können Sie mit einer entsprechenden Bescheinigung den Freibetrag für das P-Konto erhöhen lassen.
Im Video: Alle wichtigen Infos zum P-Konto-Freibetrag zusammengefasst
Kann der Freibetrag bescheinigt und erhöht werden?
Ja. Der Freibetrag lässt sich mit einer P-Konto-Bescheinigung erhöhen. Ausstellen dürfen sie zum Beispiel:
- Schuldnerberatungsstellen
- Rechtsanwälte
- Arbeitgeber
- Sozialleistungsträger wie das Jobcenter
- die Familienkasse (für Kindergeld)
Reichen Sie die Bescheinigung bei Ihrer Bank ein. Diese muss den höheren Betrag spätestens ab dem zweiten Geschäftstag nach Vorlage berücksichtigen. Stellt niemand eine Bescheinigung aus oder lehnt die Bank sie ab, entscheidet auf Antrag das Vollstreckungsgericht.
Wie lässt sich der P-Konto-Freibetrag einmalig erhöhen?
Manchmal fließt unerwartet mehr Geld auf das Konto, etwa durch eine Nachzahlung oder eine einmalige Sozialleistung. Einige Zahlungen sind ohnehin besonders geschützt, zum Beispiel bestimmte einmalige Sozialleistungen. Dafür erhalten Sie beim Sozialleistungsträger eine P-Konto-Bescheinigung.
In anderen Fällen stellen Sie einen Antrag beim Vollstreckungsgericht, um den-P-Konto-Freibetrag zu erhöhen. Holen Sie sich dafür am besten Hilfe bei einer Schuldnerberatung oder einem Anwalt.
P-Konto: Was passiert mit Geld über dem Freibetrag?
Hat ein Geldeingang das Guthaben auf Ihrem P-Konto über den Freibetrag gebracht? Geht mehr Geld ein, als der Freibetrag abdeckt, ist der übersteigende Teil nicht geschützt. Er kann bei einer Pfändung an den Gläubiger gehen. Die Bank zahlt das Geld aber nicht sofort aus. In der Regel gilt zunächst eine Sperrfrist von vier Wochen, in der Sie handeln können, etwa mit einem Antrag auf höheren Schutz.
Das müssen Sie wissen:
- Nicht verbrauchtes Guthaben bleibt geschützt. Was Sie im Monat nicht ausgeben, wird in den Folgemonat übertragen. Dieser Ansparbetrag ist jedoch nur bis zu drei Monate lang geschützt.
- Das Geld ist nicht verloren, wenn Sie schnell handeln. Prüfen Sie, ob ein Teil des Geldes besonders geschützt ist, zum Beispiel, wenn Sie Kindergeld oder Sozialleistungen beziehen.
- Ein zu niedriger Freibetrag kann Lastschriften platzen lassen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig, welcher Betrag bei Ihrer Bank hinterlegt ist.
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