Ob Geschwindigkeitsüberschreitung, Rotlicht- oder Abstandsverstoß – wer sich in Deutschland nicht an die Verkehrsregel hält, riskiert ein Bußgeld. Der Bußgeldkatalog ist in dem Zusammenhang das übergeordnete Regelwerk und gibt vor, welches Vergehen welche Strafe nach sich zieht. Auf dieser Seite liefern wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Verstöße und legen Ihnen die Konsequenzen dar. Unser Bußgeldkatalog-Rechner ermöglicht Ihnen eine schnelle Orientierung, wenn Sie sich etwas haben zuschulden kommen lassen.
Bußgeldkatalog: Hintergrund der Verordnung
Der Bußgeldkatalog, kurz BKat, verfolgt das übergeordnete Ziel, für Sicherheit und Ordnung auf deutschen Straßen zu sorgen. Immerhin enthält die Verordnung Strafen, die bei bestimmten Vergehen fällig werden. Dabei sorgt das Regelwerk für eine bundesweit einheitliche Ahndung von Verstößen.
Folgende Strafen sind im Bußgeldkatalog enthalten:
- Verwarnungsgeld,
- Geldbußen,
- Punkte in Flensburg,
- Fahrverbote.
Hinweis: Führerscheinentzug
Der Führerscheinentzug stellt keine Strafe nach dem Bußgeldkatalog dar. Hier greifen das Straßenverkehrsgesetz (StVG), das Strafgesetzbuch (StGB) und die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Geschuldet ist das der Schwere eines Verstoßes bzw. mehrerer Vergehen, die die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs infrage stellen.
Die im Bußgeldkatalog festgelegten Strafen sollen Verkehrsteilnehmer abschrecken und so gefährliches Fahrverhalten wie bspw. Rasen, Drängeln oder Fahren unter Alkoholeinfluss reduzieren. Gleichzeitig besitzen die Sanktionen eine Erziehungsfunktion: Wer sich nicht an die geltenden Verkehrsregeln hält, kassiert eine Strafe. Damit die einheitlich ausfallen, gibt der Bußgeldkatalog genau an, welches Vergehen welche Strafe nach sich zieht.
Wichtig dabei zu wissen ist: Es spielt in der Regel eine Rolle, mit welchem Fahrzeug Sie eine Ordnungswidrigkeit begehen. Der Bußgeldkatalog sieht beim Bus oder Lkw – sprich bei schweren Fahrzeugen über 3,5 t – empfindlichere Strafen vor als bei einem Verstoß mit einem Pkw. Das ist der Tatsache geschuldet, dass von Schwergewichten im Straßenverkehr eine größere Gefahr ausgeht.
Zur Verdeutlichung führen wir ein Beispiel an:
Während nach dem Bußgeldkatalog eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts von + 21 km/h mit einem Kleinwagen ein Bußgeld in Höhe von rund 115 EUR sowie einen Punkt in Flensburg vorsieht, bedeutet der gleiche Verstoß mit einem Lastwagen ein Bußgeld in Höhe von etwa 175 EUR und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei.
Verstöße: Die häufigsten Strafen nach dem Bußgeldkatalog
Es gibt Verstöße im Straßenverkehr, die in Deutschland besonders häufig begangen werden und einen Bußgeldbescheid basierend auf dem Bußgeldkatalog nach sich ziehen. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung nebst Strafen.
Wir wehren unberechtigte Bußgeldbescheide ab.
- Geschwindigkeitsüberschreitungen
Temposünden sind eine häufige Ursache für ein Bußgeld nach dem Bußgeldkatalog. Bei zu hoher Geschwindigkeit spielt der Ort des Geschehens mitunter eine entscheidende Rolle bzgl. des Strafmaßes: Innerorts fallen höhere Bußgelder an als außerorts. Grund dafür ist, dass innerhalb geschlossener Ortschaften eine erhöhte Geschwindigkeit größere Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger bedeutet.
Zur Orientierung liefern wir Ihnen einen Überblick über alle drohenden Strafen nach dem Bußgeldkatalog – innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften, für Pkw und Lkw.
Verstöße mit dem Pkw inner- und außerorts
Verstöße mit dem Lkw inner- und außerorts
- Falschparken
Der Bußgeldkatalog ahndet Falschparken ebenso wie unberechtigtes Halten. Je nach Ort des Vergehens unterschieden sich die vorgesehenen Bußgelder. Die folgenden Tabellen geben Aufschluss.
- Handy am Steuer
Ein Handy am Steuer bedeutet vor allem Eines: Ablenkung. Bereits ein kurzer Blick aufs Smartphone statt auf die Straße kann genügen, um einen Unfall zu provozieren. Deshalb sieht der Bußgeldkatalog für Deutschland auch hierfür Strafen vor. Die Gefährdungslage bestimmt das Maß.
- Rotlichtverstöße
Ein Rotlichtverstoß ist gefährlich und wird entsprechend geahndet gemäß Bußgeldkatalog. Wer eine rote Ampel überfährt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 90 EUR und einem Punkt in Flensburg rechnen. Dabei werden ein einfacher und ein qualifizierter Rotlichtverstoß unterschieden. Das Maß der Dinge ist dabei die Dauer der Rotphase vor dem Überfahren.
- Abstandsverstöße
Im Bußgeldkatalog findet auch Abstand Beachtung. Vor allem auf Autobahnen kommt es aufgrund der Unterschreitung des geforderten Mindestabstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug immer wieder zu teils schweren Unfällen, auch Massenkarambolagen. Verschiedene Umstände beeinflussen dabei die Höhe des Bußgeldes sowie den Erhalt eines Punktes in Flensburg.
Hinweis: Bezug des Bußgeldkatalogs auf Autobahn
Der Bußgeldkatalog bezieht sich nicht explizit auf die Autobahn bei Abstandsverstößen. Gleichwohl spielt der Ort des Geschehens vor dem Hintergrund der Gefährdungslage eine Rolle. Und die steigt mit der Geschwindigkeit.
- Alkoholverstoß
Alkohol am Steuer birgt enorme Gefahren. Im Unglücksfall führt der Genuss alkoholischer Getränke deshalb mitunter selbst dann zu Konsequenzen, wenn Sie sich unterhalb der zulässigen Promillegrenzen bewegen. Daher raten wir grundsätzlich dazu, sich für das eine oder das andere zu entscheiden – Fahren oder Trinken.
Strafen sieht der Bußgeldkatalog bei Alkohol ab einem Promillewert von 0,5 vor.
Bußgeldkatalog in der Probezeit: Besonderheiten für Fahranfänger
Fahranfänger befinden sich in den ersten zwei Jahren, in denen sie im Besitz eines Führerscheins sind, in der Probezeit. In dem Zeitraum gelten verschärfte Relegungen bei Verkehrsverstößen. Die sehen in erster Linie empfindlichere Sanktionen vor. Unterschieden werden dabei sogenannte A- und B-Verstöße.
Während A-Verstöße schwerwiegende Vergehen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen von bspw. mehr als 21 km/h, Rotlichtverstöße und Handy am Steuer umfassen, stellen B-Verstöße weniger schwere Verstöße dar. Beispiele hierfür sind ein verpasster TÜV-Besuch oder die Nutzung einer Blitzer-App.
Fahranfänger riskieren dabei nicht nur eine Strafe nach dem Bußgeldkatalog: Bei einem A- oder zwei B-Verstößen folgt eine Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre. Zudem müssen Verkehrssünder ein kostenpflichtiges Aufbauseminar (ASF) absolvieren.
Bußgeldkatalog-Rechner: Strafe selbst berechnen
Haben Sie sich einen Verkehrsverstoß zuschulden kommen lassen, kann es beruhigend sein, zu wissen, mit welcher Strafe Sie rechnen müssen. Unser aktueller Bußgeldkatalog-Rechner gibt Orientierung.
Aktualisierung der Bußgeldkatalog-Verordnung: Diese Version ist gültig
Immer wieder kommen Fragen nach der Gültigkeit der Verordnung auf. Und tatsächlich ist ein neuer Bußgeldkatalog keine Seltenheit. Einem bestimmten zeitlichen Rhythmus, bspw. alle zwei Jahre, folgen Neuerungen dabei jedoch nicht. Politische Entscheidungen und geänderte gesetzliche Anforderungen geben hier den Takt vor.
Für 2026 bedeutet das: Änderungen bleiben aus. Die Version des Bußgeldkatalogs von 2025 bleibt unverändert bestehen.
Wichtig: Strafen nach dem Tatzeitpunkt
Kommt es zwischen dem Zeitpunkt eines Verstoßes und dem Vollzug der Strafe gemäß des Bußgeldkatalogs zu Änderungen an der Verordnung, gilt die Version, die am Tag des Verstoßes gültig war. Will Ihnen die Behörde also eine empfindlichere Strafe aufbrummen, sollten Sie Ihre Option auf Einspruch gegen den Bußgeldbescheid prüfen.
Bußgeldbescheid erhalten – Strafe abwenden: Ihre Möglichkeiten
Haben Sie einen Bußgeldbescheid erhalten, in dem Ihnen eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wird, die eine Sanktion nach dem Bußgeldkatalog vorsieht, haben Sie die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Das ist mitunter auch ratsam. Denn: Fehler in Bußgeldbescheiden sind keine Seltenheit.
Wichtig dabei ist: Sie haben lediglich zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids Zeit. In unserem Ratgeber „Einspruch gegen Bußgeldbescheid“ finden Sie alle wichtigen Infos bei einem Vorgehen.
Wir wehren unberechtigte Bußgeldbescheide ab.
Quellen: