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Ruth Gutenberg ist spezialisiert auf Erb-, Familien- und Pferderecht. Um ihren Mandanten jedwede Barriere zu nehmen – ob örtlich bedingt, terminlich, psychisch oder physisch – ist sie eine Verfechterin des digitalen Zugangs zum Recht.

Ruth Gutenberg

Werdegang

  • seit 2021 Eintritt bei rightmart Rechtsanwälte
  • 2021 selbstständige Rechtsanwältin (Kanzlei Gutenberg Legal)
  • 2020 Zulassung als Rechtsanwältin
  • 2015 LL. M. in Human Rights, University of Exeter

Kurz-Interview

Warum sind Sie Rechtsanwältin geworden?

Ich hatte schon immer einen starken Gerechtigkeitssinn. Doch geprägt hat mich schließlich mit 11 Jahren der Kinofilm „Natürlich blond“. Das Selbstbewusstsein der Anwältin hat mich beeindruckt. Wenngleich ich keine Strafverteidigerin geworden bin – mein elf-jähriges Ich wäre stolz auf mich und meine Arbeit, die ich leiste. Ich bewirke etwas für meine Mandanten. Das ist manchmal mehr und manchmal weniger. Vor allem aber trägt das zu mehr Zufriedenheit in ihrem Leben bei. 

Noch ein Geständnis meinerseits: Ich bin ein schrecklicher Jura-Nerd und interessiere mich sehr für Rechtsphilosophie und -wissenschaft. 

Wie lautet Ihr Rat bei rechtlichen Problemen oder Fragestellungen?

Mein Jura-Mantra ist Vorsicht ist günstiger „als Nachsicht“. Für meine (potenziellen) Mandanten aus dem Pferderecht heißt das: Wer ein bisschen Geld für eine Ankaufuntersuchung investiert, spart sich später unter Umständen den Anwalt und hat auf jeden Fall eine viel bessere Beweislage vor Gericht. Auch die juristische Prüfung des Kaufvertrags kann Zeit, Geld und Ärger ersparen. Ich habe es ständig mit unwirksamen Gewährleistungsausschlüssen und unentdeckten Haftungsfallen in Kaufverträgen zu tun.

Das Mantra lässt sich aber auch auf meine Arbeit als Familien- und Erbrechtlerin anwenden. Ich rate nicht grundsätzlich zum Ehe- oder Erbvertrag, aber ganz klar zum Erwartungsmanagement. Wer mit dem zukünftigen Ehepartner trotz rosaroter Brille nie über mögliche Konsequenzen einer Scheidung gesprochen hat, wird umso heftiger erwischt, wenn die rosarote Brille verschwindet und die Realität aufschließt. 

Wer im Vertrauen auf sein Erbe Investitionen unternimmt, sollte die tatsächliche erbrechtliche Situation ausführlich mit dem Erblasser besprechen und diese im Zweifel notariell beurkundet absichern. 

Um sich bei alldem nicht um Kosten sorgen zu müssen, ist eine Rechtsschutzversicherung sicherlich ratsam. Auch die Rechtsschutzversicherung selbst stellt eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme dar, die im Ernstfall unersetzlich ist.

Wie wünschen Sie sich den Rechtsmarkt der Zukunft?

Ich hoffe, dass das deutsche Justizsystem endlich auch im 21. Jahrhundert ankommt. Keine Aktenberge und Faxgeräte mehr, nur noch digitales und remote Arbeiten. Das Modell, in dem ein Anwalt nur an einem Gericht tätig ist und nur Mandanten im Umkreis von zehn Kilometern um seine Kanzlei betreut, ist schon lange veraltet. Rechtsanwälte, die hunderte Kilometer durch Deutschland pendeln, um einen Gerichtstermin wahrzunehmen, sind weder zeitgemäß noch aus Gründen des Umweltschutzes vertretbar.

Ich wünsche mir, dass jedes Gericht in jeder Verhandlung von der Möglichkeit, diese per Videocall durchzuführen, Gebrauch macht (§ 128a ZPO). Ich wünsche mir, dass Legal Tech überall so einfach und so unkompliziert wird wie bei mir und rightmart. Das schuldet der deutsche Staat seinen Bürgern.

Bekannt aus